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Fragen und Antworten

Wie steckt man sich an?

Es ist davon auszugehen, dass das Neue Influenza A/H1N1-Virus so übertragen wird wie bei einer üblichen Influenza: überwiegend durch Tröpfchen, die zum Beispiel beim Sprechen, insbesondere aber beim Husten oder Niesen entstehen und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute von Kontaktpersonen gelangen können. Einzelne Publikationen legen aber auch die Möglichkeit einer Übertragung durch so genannte Tröpfchenkerne nahe, die kleiner sind (kleiner als fünf Mikrometer) und länger in der Luft schweben können (aerogene Übertragung). Vermutlich kann die Übertragung auch über Oberflächen erfolgen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind, wenn sie angefasst werden. Dabei gelangen die Viren über die Hand in Mund, Nase oder Augen. Der Anteil der Übertragungen auf diesem Wege ist aber nicht bekannt.

Was sollte man tun, wenn man Kontakt zu Erkrankten hatte?

Das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus (Neue Influenza A/H1N1) ist bei engen Kontaktpersonen größer als bei flüchtigen Begegnungen. Als enge Kontaktpersonen werden Menschen bezeichnet, die mit Erkrankten im selben Haushalt leben, die Patienten (ohne adäquaten Schutz) gepflegt haben oder Intimkontakte mit Erkrankten hatten. Für solche Kontaktpersonen wird empfohlen.

  • den Kontakt zu besonders anfälligen Personen einzuschränken, zum Beispiel zu Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Schwangeren,
  • besonders gute Einhaltung einer persönlichen Hygiene, insbesondere häufiges Händewaschen (näheres siehe www.wir-gegen-viren.de),
  • auf Krankheitszeichen achten (siehe die Frage "Wie erkennt man Influenza A/H1N1?")

Eine Ansteckung mit dem Virus ist vermutlich bereits am Tag vor Symptombeginn möglich. Die Viren werden insgesamt etwa eine Woche lang ausgeschieden (siehe auch Frage: „Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?“).

Wie erkennt man Neue Influenza A/H1N1?

Die Symptome von Neuer Influenza A/H1N1 ähneln den Symptomen der jährlichen Grippe im Winter (saisonale humane Influenza): Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit. Einige Menschen, die mit dem Erreger von Neuer Influenza A/H1N1 infiziert waren, berichteten auch über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten?

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung ("Inkubationszeit") ist von der Art des Influenza-Virus abhängig. Bei den Erregern der saisonalen Influenza beträgt diese ein bis vier Tage, bei den Erregern der aviären Influenza ("Vogelgrippe) hingegen zwei bis fünf Tage. Die genaue Inkubationszeit des neuen Influenza-Virus scheint nach ersten Erkenntnissen ähnlich wie bei der saisonalen Influenza zu sein. Die Ansteckungsfähigkeit kann bei der saisonalen Influenza bereits kurz (weniger als 24 Stunden) vor Auftreten erster Krankheitsanzeichen beginnen und besteht danach gewöhnlich für drei bis fünf Tage. Bei der Neuen Influenza A/H1N1 wird angenommen, dass manche Patienten ebenfalls bereits am Tag vor Symptombeginn Viren ausscheiden, bei der Dauer der Ausscheidung wird von einer Woche ausgegangen.

Wie kann Neue Influenza A/H1N1 diagnostiziert werden?

Neue Influenza A/H1N1 kann mit üblichen Diagnose-Verfahren nicht nachgewiesen werden. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut und einige weitere Laboratorien in Deutschland können dieses Virus aber mit einer angepassten Methode sicher nachweisen. Zur Diagnose sollte ein Rachen- oder Nasenabstrich möglichst rasch nach Beginn der Erkrankung von einem Arzt entnommen und an ein Labor eingesandt werden.

Was sollte man tun, wenn man befürchtet, an Neuer Influenza A/H1N1 erkrankt zu sein?

Bei einem Verdacht auf Neue Influenza A/H1N1 sollte eine Ärztin oder ein Arzt angesprochen werden, insbesondere wenn man sich in betroffenen Gebieten aufgehalten oder Kontakt mit möglicherweise infizierten Personen gehabt hat. Arzt oder Ärztin sollten telefonisch auf den Verdacht hingewiesen werden, unter anderem um zu verhindern, dass man beim Warten im Wartezimmer andere Personen ansteckt. Auf dem Weg zur Praxis sollte enger Kontakt zu anderen Menschen vermieden werden. Grundsätzlich sollten beim Husten oder Niesen Mund beziehungsweise Nase bedeckt sein, empfohlen wird in den Ärmel zu husten oder zu niesen. Es sollten Einmaltaschentücher verwendet werden.

Welche Medikamente stehen zur Verfügung?

Prinzipiell stehen zur ursächlichen Behandlung antivirale Arzneimittel aus zwei Therapieklassen zur Verfügung: die sogenannten Amantadine und die Neuraminidasehemmer Oseltamivir (Tamiflu(R)) und Zanamivir (Relenza(R)). Bei den bisher im Robert Koch-Institut untersuchten neuen Grippeviren haben sich die so genannten Neuraminidasehemmer als wirksam erwiesen. Damit werden entsprechende Untersuchungen aus den USA auch für die in Deutschland aufgetretenen Viren bestätigt. Seit Ende Juni 2009 gibt es Meldungen über aufgetretene Resistenzen gegen Oseltamivir, Es handelt sich dabei um Einzelfunde. In Deutschland sind bisher keine Resistenzbildungen beim neuen Virus festgestellt worden.
Eine individuelle Bevorratung mit antiviralen Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig, da sie unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen. Das ist zum Beispiel deshalb wichtig, weil Unterdosierungen die Entstehung von resistenten Viren begünstigen können. Zudem ist die Eigendiagnose einer Influenza unzuverlässig; die Influenza kann mit vielen anderen akuten Erkrankungen verwechselt werden. Zur Bevorratung antiviraler Arzneimittel durch öffentliche Stellen siehe Frage "Wie ist Deutschland auf eine Pandemie vorbereitetet?").

Soll man sich mit antiviralen Medikamenten bevorraten?

Eine individuelle Bevorratung mit antiviralen Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig, da sie unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen. Das ist zum Beispiel deshalb wichtig, weil Unterdosierungen die Entstehung von resistenten Viren begünstigen können. Zudem ist die Eigendiagnose einer Influenza unzuverlässig; die Influenza kann mit vielen anderen akuten Erkrankungen verwechselt werden.

Gibt es einen Vorrat an antiviralen Medikamenten für den Fall der Fälle?

Das Robert Koch-Institut hat den gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Nationalen Influenzapandemieplan Anfang 2005 und eine aktualisierte Fassung 2007 veröffentlicht. Um erkrankte Menschen mit antiviralen Arzneimitteln behandeln zu können, ist im Pandemieplan eine Bevorratungsmenge für 20% der Bevölkerung empfohlen. Die Bundesländer haben die Empfehlung umgesetzt. Zusammen mit den vom Bund zusätzlich bevorrateten antiviralen Arzneimitteln (Bundesreserve) können bei darüber hinaus gehenden Bedarf mindestens 30% der Bevölkerung aus Vorräten versorgt werden. Dann kann bei einer mittelschweren Pandemie davon ausgegangen werden, dass Erkrankte im Pandemiefall eine Therapie mit antiviralen Arzneimitteln erhalten können.

Was sind Resistenzen?

Resistenz bedeutet, dass die Viren schlechter oder gar nicht auf die Behandlung mit antiviralen Arzneimitteln ansprechen. Resistenzen entstehen durch Mutationen; das sind Veränderungen in der Erbsubstanz der Viren. Da Influenzaviren ihre Erbsubstanz sehr häufig verändern, also häufig mutieren, ist das Risiko für Resistenzen bei ihnen sehr groß.
Resistenzen entstehen insbesondere dann, wenn das Arzneimittel nicht ordnungsgemäß angewendet wird, z.B. wenn nicht ausreichend hohe Dosen eingenommen werden, die Anwendung unregelmäßig oder zu kurz erfolgt. In diesem Fall bekommen die Viren die Möglichkeit sich so zu verändern, dass das Arzneimittel nicht mehr wirken kann.
Auch unabhängig davon können aber Resistenzen entstehen. Insbesondere unter Amantadin wurden während der Behandlung nach nur wenigen Tagen bei bis zu 30% der Patienten resistente Viren gefunden.


Wenn man 1x erkrankt war, ist man danach immun?

Prinzipiell besteht nach einer Infektion eine Immunität. Die Zusammensetzung von Influenzaviren kann sich jedoch im Laufe der Zeit leicht verändern. Bei einer Zweitinfektion mit einem dann gegebenenfalls schon veränderten Virus kann daher nicht mehr mit Sicherheit von einer Immunität ausgegangen werden.
Wie schnell und in welcher Form sich das "Schweinegrippe"-Virus ändert, kann derzeit noch nicht sicher eingeschätzt werden. Wissenschaftler in aller Welt sind jedoch dabei, dies herauszufinden.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit