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Schwanger?
Die konsequente Empfehlung der Stiko, nichtadjuvantierten Spaltimpfstoff zu verwenden, lässt sich derzeit nicht umsetzen.
Laut Stiko sollten Schwangere "bis zum Vorliegen weiterer Daten mit einem nicht-adjuvantierten Spaltimpfstoff geimpft werden". Das klingt zwar nach einer klaren Empfehlung. Doch dieser Impfstoff ist in Deutschland bisher weder erhältlich noch zugelassen. Daher kann er Schwangeren auch nicht geimpft werden.
Schwangere sind nach bisherigen Erkenntnissen stärker durch die Schweinegrippe gefährdet - und weder ihre Ärzte noch die Schwangeren wissen, was sie tun sollen. Im arznei-telegramm heisst es dazu: "Die Fehlentscheidungen der Behörden, diese Vakzinen zu bestellen" (gemeint sind Pandemrix für die Bevölkerung und Celvapan für Regierung und Bundeswehr), "führen jetzt zu der absurden Situation, dass sich offizielle Impfempfehlungen widersprechen. Dabei lässt sich die konsequente Empfehlung der Stiko, nichtadjuvantierten Spaltimpfstoff zu verwenden, derzeit nicht umsetzen, die Empfehlung von Paul-Ehrlich-Institut und Robert-Koch-Institut, im Einzelfall Pandemrix zu verimpfen, bleibt hingegen ohne Datenbasis für die Sicherheit."
Die Stiko gibt den in der Praxis wenig hilfreichen Hinweis auf die "individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung" und die "komplexe Problematik". Derzeit finden sich wahrscheinlich ähnlich viele Ärzte, die Schwangeren die Impfung empfehlen würden, wie solche, die davon abraten. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der unabhängigen Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AKDÄ), würde laut Süddeutsche Zeitung Schwangere ohne zusätzliche Risiken derzeit nicht impfen lassen.