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Medikamente
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) scheinen Neuraminidasehemmer (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren), z.B. Oseltamivir/Tamiflu® von Roche oder Zanamivir/Relenza® von GSK, bei dem so genannten "Schweinevirus"* wirksam zu sein. Es ist bislang nicht bekannt, ob der saisonale H1N1-Impfstoff gegen dieses Virus schützt, das wird derzeit geprüft.
Im Kampf gegen die Krankheit stellt die WHO den 72 bedürftigsten Ländern mit der Lieferung von 2,4 Millionen Dosen des Grippemittels Tamiflu® zur Verfügung.
Laut SPIEGEL-Online zweifelt jedoch der Pharmakologe Bernd Mühlbauer, Direktor des Instituts für Pharmakologie am Klinikum Bremen-Mitte, an Wirksamkeit von Tamiflu®. Die Wirksamkeit wurde bislang nur im Labor belegt. Aus seiner Sicht wird das Mittel im Zuge der "Schweinegrippe"-Epidemie "viel zu großzügig eingesetzt". Bevor Volkswirtschaften durch Millionenausgaben für Tamiflu® belastet würden, solle erst einmal die Wirksamkeit des Medikaments gegen die Schweinegrippe in guten Studien an Menschen belegt werden.
Aber auch bei der gewöhnlichen Grippe werde die Bedeutung des Wirkstoffs häufig weit überschätzt. Im Durchschnitt verkürze das Medikament die Krankheitsdauer nur um einen Tag. Im Zuge der Schweinegrippe-Epidemie fürchtet Mühlbauer nun, dass das Grippemittel viel zu großzügig eingesetzt wird.
Wie in Großbritannien eine ganze Schule mit Tamiflu® zu behandeln, nur weil sich fünf Schüler mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert hatten, hält er angesichts der Gefahr von Resistenzbildungen und der Nebenwirkungen des Medikaments für "fast schon unverantwortlich".
* Laut einer Erklärung eines WHO-Sprechers am 30.04.2009 in Genf wird die Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig nicht mehr die Bezeichnung "Schweinegrippe" verwenden, da der Begriff irreführend ist. Bei der Infektion handelt es sich um eine von Mensch zu Mensch übertragene humane Influenzainfektion. Die Organisation wird künftig nur die wissenschaftliche Bezeichnung A (H1N1) verwenden.