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Ergriffene Maßnahmen seitens der Bundesregierung

Auf Initiative von Thüringen wurde Mitte Juli 2009 eine Konferenz einberufen, die das weitere Vorgehen beraten soll. Thüringen hat derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz.

Die deutschen Gesundheitsminister haben sich im Kampf gegen die so genannte Schweinegrippe auf eine gemeinsame Impfstrategie verständigt.

Pflegepersonal, Ärzte und chronisch Kranke sollen nach dem Willen der 16 Bundesländer zuerst gegen die weltweit grassierende Schweinegrippe geimpft werden. Die Landesregierungen wollen in den kommenden Wochen gemeinsam Impfstoffdosen für 30 Prozent der Bevölkerung bestellen, wie sie bei einer Telefonkonferenz am Dienstagmorgen beschlossen. Auch Schwangere sollen zu den ersten zählen, die die Spritze erhalten. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Das entspricht dem Impfschutz für rund 25 Millionen Menschen. Im Gespräch ist die Bestellung von 50 Millionen Impfstoff-Dosen.

Es solle aber mit Pharmaherstellern verhandelt werden, um zusätzlichen Impfstoff bei weiteren Bedarf zu erhalten. In den kommenden Tagen werde der Bund eine Verordnung erlassen, nach der die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet seien, die Kosten für die Schweinegrippe-Impfung zu übernehmen, sagte sagte ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums. „Die Bundesländer werden in den kommenden Wochen gemeinsam Impfstoff bestellen und sich auch darüber verständigen, welche Personengruppen geimpft werden sollen”, so der Sprecher.

Bislang sind insgesamt vier Musterimpfstoffe der Firmen Baxter, GlaxoSmithKline, Novartis und Sanofi-Aventis zugelassen. Mehrere Behörden versandten bereits Saatviren des Erregers an die Impfstoffhersteller und leiteten damit den Prozess der Impfstoffentwicklung ein, die allerdings Probleme bereitet, weil mit dem verwendeten Virus nicht genügend Material für einen Impfstoff hergestellt werden kann.

Die Entwicklung dauert Monate. Vor dem massenhaften Einsatz muss ein Impfstoff aber noch an Menschen getestet werden. Sonst könnte es besipielsweise zu einem Impfdesaster kommen, wie es 1976 in den USA eingetreten ist. Damals rief die US-Regierung den Grippenotstand aus und warb für eine Schutzimpfung. Nachdem Hunderte Menschen am Guillain-Barré-Syndrom erkrankten, wurde die Aktion sofort gestoppt. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Nervenkrankheit, die mit Lähmungserscheinungen einhergeht.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des BMG vom 02.05. "Ärzte müssen Fälle der "Neuen Grippe" (Influenza A/H1N1) melden".

Die Länder bestellten am 24.07.2009 ingesamt 50 Millionen Impfdosen

Die Bundesländer haben inzwischen 50 Millionen Impfdosen zur Abwehr der Schweinegrippe bestellt. Sie reichen für den Schutz von 30 Prozent der Bevölkerung. «Mit der heutigen Bestellung werden die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation und der Beschluss der Gesundheitsminister Deutschlands zügig umgesetzt», sagte Ministerin Christine Lieberknecht (CDU). Die Kosten belaufen sich auf rund 700 Millionen Euro. Sie werden später pro Impfung von den Krankenkassen gezahlt.

Der Impfstoff wird zurzeit immer noch entwickelt und soll Ende September zur Verfügung stehen. Die Impfungen könnten damit im Oktober beginnen. An erster Stelle stehen gefährdete Gruppen wie Asthmatiker, chronisch Kranke und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Mit der Bestellung sei eine Option zum Kauf weiterer Impfdosen verbunden.

Ein Schutz für die Gesamtbevölkerung würde zwei Milliarden Euro kosten.