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SARS
Schweres-Akutes-Atemnot-(Respiratory)-Syndrom
Das Schwere Akute Respiratorische Syndrom (Severe Acute Respiratory Syndrome, SARS) ist eine Infektionskrankheit, die erstmals im November 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong beobachtet wurde. Das klinische Bild entspricht einer atypischen Lungenentzündung (Pneumonie). Der Erreger von SARS war ein bis zum Ausbruch der Epidemie unbekanntes Coronavirus, das man mittlerweile als SARS-assoziiertes Coronavirus (SARS-CoV) bezeichnet.
Symptome
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis sieben Tage.
Die Symptome sind/waren:
- plötzlich auftretendes, schnell steigendes, hohes Fieber (über 38 °C)
- Halsentzündung mit Husten und Heiserkeit
- Atemnot
- Muskelschmerzen
- Kopfschmerzen
- Entzündung beider Lungenflügel
- Ersten Laboruntersuchungen zufolge ist es möglich, dass auch die Abnahme der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie) und der weißen Blutkörperchen (Leukozytopenie) eine Folge der Krankheit ist.
Behandlung
Spezielle Behandlungsmaßnahmen gibt es bisher keine. Ärzte verabreichten damals zunächst als Virustatikum das Nukleosid-Analogon Ribavirin, das auch bei Hepatitis C eingesetzt wird, sowie Cortison. Danach erhielten die Betroffenen meist einen Cocktail aus verschiedenen Antibiotika, um die begleitende Entzündung der Atemwege durch Bakterien abheilen zu lassen. Denn erst die zusätzliche bakterielle Infektion macht die Lungenentzündung so gefährlich. Die RNA-Sequenz des mutmaßlichen SARS-Erregers ist zwar später in Kanada entschlüsselt worden, jedoch ist die Entwicklung eines wirksamen Medikaments noch nicht in Sicht. Mit Hilfe der Gen-Daten könnten zwar neue Diagnoseverfahren entwickelt werden, aber es wird noch eine unbestimmte Zeit brauchen, bis Arzneimittel oder Impfstoffe zur Verfügung stehen.
Vorbeugung
Am 15. März 2003 wurde von der WHO eine Reisewarnung ausgesprochen, was damals als sehr drastische Maßnahme angesehen wurde. Zum oben genannten Zeitpunkt nahm man an, dass nur etwa 4 bis 5 Prozent aller Infizierten an der Virusinfektion sterben. Doch diese Ansicht musste nach Angaben der Fachzeitschrift Lancet vom 7. Mai revidiert werden: Die Todesrate war wesentlich höher als bisher vermutet. In jedem fünften Fall führte die Infektion zum Tode. Die erste umfangreiche wissenschaftliche Studie über die Ausbreitung der Seuche, basierend auf exakten Daten aus Hong Kong, ergab, dass SARS bei Menschen, die jünger als 60 Jahre sind, in sieben bis 13 Prozent der Fälle tödlich verläuft, bei Menschen über 60 sogar in 43 bis 55 Prozent der Fälle. Besonders ältere Menschen müssen sich also vorsehen. Reisende, die zum Zeitpunkt einer Epidemie in betroffenen Ländern unterwegs sind, sollten Vorsichtsmaßnahmen beachten und etwa Menschenansammlungen meiden und in Verkehrsmitteln einen Mundschutz tragen.
Am 24. Juni 2003 ist die Reisewarnung von der WHO vollständig aufgehoben worden
Impfstoffentwicklung
Das US-amerikanische Forscherteam um Hilary Koprowski veränderte Anfang 2005 Tomaten- und Tabakpflanzen genetisch so, dass die Pflanzen einen Teil des so genannten Spike-Proteins des SARS-Virus produzieren. Dieses so erhaltene Protein, das sich normalerweise in der Außenhülle des Virus befindet und dem Erreger hilft, in die menschlichen Zellen einzudringen, wurde nun als ein Impfstoff gegen das Virus bei Mäusen erfolgreich getestet. Weitere Studien hinsichtlich der besseren Verabreichung des Impfstoffes sind jedoch noch notwendig. Da SARS spurlos verschwunden ist (letzter Fall war Dezember 2003), dürfte sich eine Impfung erübrigt haben.