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Mehrheit will sich nicht impfen lassen

28.08.2009

Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins "Spiegel" wollen sich nur 38 Prozent der Deutschen sicher oder wahrscheinlich gegen das Schweinegrippe-Virus (H1N1) impfen lassen. Bei den 18- bis 29-Jährigen stehen der Impfung nur 28 Prozent positiv gegenüber.

Die Bundesärztekammer weckte zusätzlich Zweifel an der Sicherheit des Impfstoffs. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, sagte in einem "Focus" Interview: "Die Impfaktion wird kein Renner. Von jenen, denen das Vakzin empfohlen wird - Übergewichtige, chronisch Kranke, Einsatzkräfte -, wird die Hälfte Folge leisten, in der Gesamtbevölkerung 15 bis 20 Prozent." Für mehr reichten die Kapazitäten auch gar nicht aus, sagte Montgomery.

Er äußerte außerdem Zweifel an der Sicherheit des Impfstoffs. Er wolle niemandem Angst machen, "aber es beunruhigt, dass die verwendete Kombination von Verstärkersubstanz und Impfstoff nicht nach den normalen Standards getestet ist".

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte zu der Umfrage und den Aussagen Montgomerys, Bund und Länder hätten die notwendigen Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen. "Verantwortliche Politik kann sich in dieser Frage nicht von augenblicklichen Stimmungen und Umfragen leiten lassen." Die Impfung sei freiwillig und jeder, der sich impfen lassen wolle, könne auch geimpft werden.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Johannes Löwer, nannte zudem Montgomerys Aussagen über die Tests der Impfstoffe falsch. "Die Impfstoffe, die in Deutschland zum Schutz gegen die Schweinegrippe zur Verfügung stehen werden, haben Zulassungsverfahren durchlaufen und sind daher nach üblichen Standards auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet worden", erklärte Löwer.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) breitet sich die Schweinegrippe viermal schneller aus als andere Viren. WHO-Chefin Margaret Chan sagte der französischen Tageszeitung "Le Monde" vom Samstag, das Virus lege in sechs Wochen eine Strecke zurück, für die andere sechs Monate benötigten. Das sei "unglaublich" schnell. Besorgniserregend sei auch, dass 40 Prozent der Todesopfer junge und gesunde Erwachsene seien, sagte Chan.

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