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Erst im September Entscheidung über die zweite Massenimpfung
26.08.2009
Erst im September wollen die Bundesländer die Entscheidung für die zweite Massenimpfung gegen die Schweinegrippe treffen. So lautet das Ergebnis der Gesundheitsminister in einer Telefonkonferenz.
Zwar ist die Kostenaufteilung für die Impfung von mehr als der Hälfte der Krankenversicherten weiterhin unklar, die Gesundheitsminister waren sich trotzdem einig, dass Impfdosen nachbestellt werden. "Es wird angestrebt, dass alle Bürger, die das wollen, eine kostenlose Impfung bekommen", sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz. "Es wird kein Impfchaos geben."
Die Kosten für die Impfung von zunächst bis zu 35 Millionen Menschen - der Hälfte der Versicherten - übernehmen die Krankenkassen. Diese Impfaktion für Risikogruppen soll bis zu eine Mrd. Euro kosten. Die Sonderkonferenz der Länder mit Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ist in Berlin geplant, wenn sich Bund und Länder über die Kostenaufteilung der zweiten Impfaktion geeinigt haben und eine Kommission von Experten Empfehlungen ausspricht. Bis dahin sollen nach Angaben von Thüringen, das den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz der Länder hat, auch die Ergebnisse der klinischen Tests vorliegen."Wenn man Mitte September bestellt, ist das völlig ausreichend", sagte Ministeriumssprecher Schulz. Die bereits bestellten Impfdosen reichten für chronisch Kranke, für Schwangere und medizinisches Personal aus. Offen ist, wie viele Impfdosen im September zusätzlich bestellt werden sollen.
Der Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung ist noch nicht ausgeräumt. Die Gesundheitsminister zeigten sich aber zuversichtlich, dass sich die Arbeitsgruppe von Kanzleramt und Staatskanzleien der Länder rechtzeitig einigt. Auf jedes Land könnte nach Schätzungen ein zweistelliger Millionenbetrag zukommen. Die Gesundheitsressortchefs betonten aber, die Kosten müssten eine untergeordnete Rolle spielen. Ministerin Schmidt rechnet mit insgesamt bis zu 64 Millionen Bundesbürgern, die sich vom Herbst an gegen die neue Grippe impfen lassen wollen.
In der Ärzteschaft mehrt sich indes die Kritik am Umgang mit der Schweinegrippe. "Bei uns melden sich viele Kollegen, die die Verunsicherung der Bevölkerung für übertrieben halten", sagte Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Die bisherigen Krankheitsverläufe seien oft leichter als bei einer gewöhnlichen saisonalen Grippe.