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TAMIFLU-PULVER
11.09.2009
Schon seit vier Wochen kann Roche Tamiflu® als Pulver zur Herstellung einer Flüssigkeit (Suspension) nicht liefern. Das Pulver wird in erster Linie bei Kindern eingesetzt, aber auch bei Erwachsenen, die Kapseln nicht schlucken können.
"Momentan konzentrieren wir unsere Aktivitäten auf die Herstellung der Kapseln", wird ein Roche-Sprecher zitiert. Wann das Pulver wieder lieferbar sein wird, ist derzeit noch nicht klar: Es sei „noch in diesem Jahr”, nicht allerdings vor November, damit zu rechnen.
Bis dahin sollen sich die Patienten selbst helfen resp. die Apotheker durch die Herstellung von Rezepturen die Lücken des Lieferengpasses schließen.
Denn theoretisch können die Kapseln geöffnet werden. Für Kinder könnte der Kapselinhalt dann entsprechend verdünnt werden.
Die Gebrauchsinformation der Tamiflu-Kapseln weist schon vorsorglich aus, was zu tun ist, "wenn eine orale Suspension von Tamiflu® nicht verfügbar ist". Kinderärzte bezweifeln aber, dass alle Eltern diese komplexe Anweisung befolgen können. "Die eigene Herstellung der Dosis kann man von keiner Mutter verlangen", wird Professor Dr. Reinhard Berner, Leitender Oberarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Freiburg zitiert. Die Anfertigung von Rezepturen sieht der Kinderarzt als sicherere Alternative: „Die Herstellung gehört in die Apotheke”, so Berner.
Laut ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände seien die Kinderärzte durch die ärztliche Fachpresse bereits über die Möglichkeit, eine individuelle Rezeptur zu verordnen, informiert worden.