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Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Gesundheit:

22.09.2009

Im vergangenen April tauchte ein neues Virus – das Grippevirus des Typs A (H1N1) – auf, das sich bald unter der Bezeichnung Pandemie Grippevirus A (H1N1) 2009 einen Namen machte. Dank jahrelanger Vorbereitungen in der Europäischen Union stehen uns Systeme und Strukturen zur Verfügung, mit denen wir auf dieses neue Virus mit Überwachungs- und Kontrollmechanismen reagieren können.

Bis jetzt ähnelt die Tragweite der Grippe A (H1N1) in Europa derjenigen der saisonalen Grippe, und einfache Hygienemaßnahmen sind eine wichtige Vorbeugungsstrategie. Wir wissen jedoch nicht, wie sich das Virus in Zukunft weiterentwickeln wird. Wir möchten einerseits keine Panik auslösen, andererseits müssen wir wachsam bleiben und die Behörden und die breite Öffentlichkeit über eine mögliche zweite Welle informieren. Aus diesem Grund müssen wir alles tun, um dieses Virus in den Griff zu bekommen und wachsam und vorbereitet zu sein.

Das 2005 gegründete Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten steht im Mittelpunkt der Überwachungsmaßnahmen und berät die EU bei der Bekämpfung der Pandemie. Die Europäische Kommission leitet weiterhin die Koordination und die Zusammenarbeit innerhalb der EU und mit unseren Partnern in der Welt, zum Beispiel der WHO.

Die Kommission hat eine Strategie zur Grippepandemie 2009 verabschiedet, in der die wichtigsten Prioritäten für die öffentliche Gesundheit und EU-Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie festgelegt werden. Dazu gehören auch übergreifende Themen wie die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Pandemie. Auf Anfrage der Gesundheitsminister der einzelnen EU-Länder wurden fünf Begleitdokumente zu folgenden Themen verabschiedet: Impfstrategie, Regelungsverfahren, gemeinsame Beschaffung, Kommunikation mit der Öffentlichkeit, Unterstützung von Nicht-EU-Ländern.

 


 

* Kommission genehmigt EU-Strategie zur Bekämpfung der Grippepandemie (H1N1) 2009

Die Kommission hat heute ein Strategiepapier genehmigt, um die Mitgliedstaaten in ihren Anstrengungen zur effizienten Bekämpfung der H1N1‑Pandemie 2009 zu unterstützen. Sie hebt darin hervor, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten in allen von der Pandemie betroffenen Bereichen ist, um die negativen Auswirkungen der Pandemie so gering wie möglich zu halten. Die Kommission sorgt für die EU‑weite Koordinierung der Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung durch bewährte Strukturen wie den EU-Gesundheitssicherheitsausschuss und mit der wissenschaftlichen Beratung durch EU-Einrichtungen wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten und die Europäische Arzneimittelagentur. In dem Strategiepapier werden wichtige Linien zur Stärkung der Koordinierung und der Unterstützung von Mitgliedstaaten genannt, die weniger gut gerüstet sind. Die Impfung bleibt nach wie vor eines der wirksamsten Mittel, um die Ausbreitung der Pandemie zu verhindern. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen Impfstoffentwicklung und Impfstrategien ebenso wie die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Beschaffung von Impfstoffen. Eingegangen wird auch auf die Notwendigkeit, klare, kohärente und gezielte Aussagen über Vorbeugungsmaßnahmen, einschließlich Impfung, zu treffen, die sich an die Öffentlichkeit wenden. Schließlich gehört zum allgemeinen Aufbau von Handlungskompetenzen, den die Kommission fördern möchte, auch die Solidarität mit Drittländern.

Die für Gesundheit zuständige EU-Kommissarin, Androulla Vassiliou, erklärte: „Die Kommission ist heute einen bedeutenden Schritt vorangekommen, indem sie ein Papier angenommen hat, das zusammengefasst die wesentlichen Fragen der Zusammenarbeit in Europa und mit unseren globalen Partnern in verschiedenen Bereichen darlegt, um die negativen Auswirkungen dieser Pandemie zu verringern und das Leben der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Wir müssen wachsam bleiben und weiterhin unsere Vorkehrungen miteinander koordinieren, um in den kommenden Monaten auf die bevorstehende Pandemie vorbereitet zu sein. Es bedarf einer engeren sektor- und länderübergreifenden Koordinierung, sei es auf europäischer, einzelstaatlicher, regionaler oder lokaler Ebene, um den sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen dieser Pandemie begegnen zu können.“

Impfung

Die Impfung ist ein wesentlicher Bestandteil der EU-Strategie zur Bekämpfung der Pandemie. Da jedoch kurzfristig nur begrenzte Produktionskapazitäten für Impfstoffe vorhanden sind, ist eine entsprechend geplante Impfstrategie erforderlich. Auf der Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und der epidemiologischen Entwicklungstendenzen werden in der Mitteilung der Kommission Optionen dargelegt, die die Mitgliedstaaten bei der Erarbeitung ihrer Impfstrategien erwägen können. Um die Mitgliedstaaten zu unterstützen, die noch dabei sind, Impfstoffe zu bestellen, wird ein gemeinsames Beschaffungsverfahren vorgeschlagen.

Unterstützung für Drittländer und internationale Koordinierung

Die Kommission hat sich verpflichtet, Drittländer bei der Bekämpfung der Pandemie zu unterstützen. Die Kommission wird in Fragen der Verfügbarkeit von Impfstoffen und des Zugangs zu ihnen mit Drittländern zusammenarbeiten, um die Kapazitäten der gesundheitlichen Versorgung zu stärken und die allgemeine Abwehrbereitschaft zu verbessern. Dabei wird sie die Grundsätze der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit und die Eigenverantwortlichkeit der Länder berücksichtigen.

Um eine kohärente globale Reaktion des Gesundheitswesens sicherzustellen, arbeitet die EU auch eng mit internationalen Gesundheitsorganisationen wie der WHO und der globalen Initiative für Gesundheitssicherheit (GHSI) zusammen. Die letzte GHSI-Ministertagung fand auf Einladung der für Gesundheit zuständigen EU‑Kommissarin Androulla Vassiliou am 11. September 2009 in Brüssel statt. ( IP/09/1306 )

Krisenmanagement

Neben gesundheitlichen Erwägungen sollten die Behörden auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie im Voraus bedenken . Aus dem Gleichgewicht geratene Inanspruchnahme gesundheitlicher Dienstleistungen, ein möglicher Anstieg der Zahl der Todesfälle und der Erkrankungen, geringere Produktivität und ein Rückgang in Wirtschaftsbereichen, die enge Kontakte bedingen, wie Tourismus, Freizeitaktivitäten und Einzelhandel, können der Gesellschaft und der Wirtschaft schaden. Daher ist es wichtig, durch Krisenplanung dafür zu sorgen, dass die wesentlichen Wirtschafts- und Dienstleistungen aufrechterhalten bleiben.

Der EU-Gesundheitssicherheitsausschuss nahm am 25. August 2009 eine gemeinsame Erklärung über Schulschließungen an ( IP/09/1252 ) Diese muss möglicherweise je nach den epidemiologischen Entwicklungen überarbeitet werden.

Effiziente Reaktionsmaßnahmen sollten die gesundheitliche Versorgung ebenso wie wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen. Ein sektorübergreifendes Vorgehen und eine wirksame Information der Öffentlichkeit werden für die entsprechende Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Gegenmaßnahmen wie beispielsweise grundlegende Hygiene sorgen.

Fünf ergänzende Papiere

Im Anschluss an die informelle Tagung des Rats der Gesundheitsminister vom 6. ‑ 7. Juli 2009 wurde die Kommission aufgefordert, an 5 Bereichen weiterzuarbeiten. Hierauf beruhen die fünf heute veröffentlichten Arbeitspapiere der Kommissionsdienststellen zu den Themen Impfstoffentwicklung, Impfstrategien, gemeinsame Beschaffung, Information der Öffentlichkeit und Unterstützung von Drittländern. In den Berichten wird eine Reihe möglicher Maßnahmen dargelegt, die bei der Reaktion auf die Pandemie und der Unterstützung der Anstrengungen der Mitgliedstaaten sinnvoll sein können.

Die EU-Strategie zur Bekämpfung der H1N1-Pandemie 2009 und die fünf damit zusammenhängenden Arbeitspapiere bilden die Grundlage für die Erörterungen auf der außerordentlichen Tagung der EU-Gesundheitsminister am 12. Oktober 2009.

Weitere Informationen:

Regelmäßig aktualisierte Informationen über die Grippepandemie sind von folgenden Websites abrufbar:

Europäische Kommission, Generaldirektion Gesundheit und Verbraucher:

http://ec.europa.eu/health/ph_threats/com/Influenza/novelflu_de.htm

Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC):

http://ecdc.europa.eu/en/healthtopics/Pages/Influenza_A(H1N1)_Outbreak.aspx

Weltgesundheitsorganisation (WHO): http://www.who.int/en/

Quelle: ec.europa.eu

Straßburg, 15. September 2009

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