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Antivirale Therapie der Neuen Influenza:

05.10.2009

CDC mit neuen Empfehlungen

Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in den USA haben  neue Empfehlungen zur antiviralen Therapie der pandemischen Influenza herausgegeben. Demnach benötigen vorher gesunde Menschen, die an der Neuen Influenza erkranken, keine antivirale medikamentöse Therapie.

In Betracht gezogen sollte die Behandlung nur bei Personen mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen. Dazu gehören laut CDC: Kinder, die jünger sind als zwei Jahre; Erwachsene, die älter sind als 65 Jahre; Schwangere; Patienten mit chronischen Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankungen, Stoffwechselkrankheiten, wie Diabetes mellitus oder mit hämatologischen oder kardiovaskulären Erkrankungen (Bluthochdruck ausgenommen) und Menschen mit Immunsuppression. Ebenfalls dazu zählen Personen unter 19 Jahren, die eine Dauertherapie mit Acetylsalicylsäure erhalten. Ob auch Personen mit einem Body Mass Index größer 30 zur Risikogruppe gehören, wird vom CDC im Moment untersucht.

Erwägen können Mediziner eine medikamentöse Therapie auch bei Erkrankten mit Störungen, die die Lungenfunktion beeinträchtigen können oder die mit einem erhöhten Aspirationsrisiko einhergehen, zum Beispiel kognitive Beeinträchtigungen, Epilepsie oder neuromuskulären Erkrankungen.

Eine antivirale Therapie erhalten sollten alle Patienten, die mit Verdacht auf Influenza stationär aufgenommen werden müssen oder die klinisch sehr schwer erkranken oder deren Allgemeinzustand sich rapide verschlechtert – unabhängig von Alter und Vorerkrankungen.

Die CDC empfehlen, mit der Medikamentengabe zu beginnen, auch wenn das Ergebnis des PCR-Tests noch nicht vorliegt. Der Antigen-Schnelltest weist für die Neue Influenza nur eine Sensitivität von 10 bis 70 Prozent auf, so dass ein negativer Schnelltest eine Infektion nicht mit ausreichender Sicherheit ausschließt. Patienten profitieren vor allem von einer Therapie, wenn sie die Medikamente innerhalb von 48 Stunden nach Einsetzen der ersten Symptome erhalten.

Die Therapie sollte bei Erwachsenen über fünf Tage entweder mit Oseltamivir (Tamiflu®) täglich 2x75mg per os oder mit Zanamivir (Relenza®) täglich 2x10mg als Inhalation durchgeführt werden. Die im Moment zirkulierenden Neuen Influenza A/H1N1-Viren sind zu 99% für diese beiden Neuramidasehemmer empfindlich.
Damit sich möglichst keine Resistenzen bilden, weisen die CDC ausdrücklich darauf hin, dass die antiviralen Medikamente zurückhaltend und sorgsam eingesetzt werden sollten.

Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass sie auch unter der antiviralen Therapie infektiös bleiben.

Eine antivirale Chemoprophylaxe sollte laut CDC Menschen vorbehalten sein, die Kontakt zu Influenza-Erkrankten hatten und zusätzlich ein erhöhtes Risiko für Influenza-Komplikationen aufweisen. Ebenso gut könne man aber auch eine sofortige Therapie beim Auftreten der ersten Symptome erwägen, wenn dies organisatorisch machbar sei.

Eine postexpositionelle Chemoprophylaxe für gesunde Kinder und Erwachsene wird ausdrücklich nicht empfohlen. Allerdings sollte eine postexpositionelle Chemoprophylaxe in Erwägung gezogen werden, wenn ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens ungeschützt mit einer an Influenza erkrankten Person in Kontakt gekommen sei. Die Prophylaxe sollte mit Oseltamivir (2x75mg per os) oder Zanamivir (2x10mg per Inhalation) über zehn Tage erfolgen.

Quelle: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin

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