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Sechster Todesfall

04.11.2009

Fünfjähriger Junge mit chronischem Lungenleiden der Schweinegrippe zum Opfer gefallen.

Sechs Todesfälle sind sechs zu viel. Um das Risiko jedoch einzuordnen, müsste man neben die täglichen Meldungen zur Schweinegrippe die täglichen Opferzahlen der konventionellen Grippe stellen.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Jedes Jahr sterben an der saisonalen Influenza in Deutschland 5000 bis 12 000 Menschen - darunter Kinder ohne Vorerkrankungen.

Niemand weiß es genauer

Und doch: wer traut sich angesichts der täglichen Zahlen der Kranken und Toten zu sagen: Es ist bisher nicht so schlimm gekommen? Am Montag erklärte RKI-Präsident Jörg Hacker in Berlin: "Die Welle, die wir für den Herbst erwartet haben, hat begonnen." Zur Impfung äußerte er sich unerwartet defensiv - "jeder muss selbst wissen, wie er sich zu der Impfung verhält".

Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, riet zur Impfung, denn "unsere Chance, eine Viruserkrankung auszurotten, liegt darin, das Virus nicht zur Ausbreitung kommen zu lassen. Deshalb ist es sozialmedizinisch richtig, möglichst viele Menschen zu impfen."

Laien wissen nicht, welchen Experten sie trauen können. Und die Experten wissen häufig nicht, was sie meinen sollen. Und die Ärzte wissen es auch nicht besser als Funktionäre und Politiker: Der Präsident der Internisten, Wolfgang Wesiack, kritisierte seine Kollegen als schlechte Vorbilder: "Wenn sich die Ärzte nicht impfen lassen, kann man nicht erwarten, dass die Bevölkerung sich mehrheitlich impfen lässt."

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