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Epidemiologischer Wochenbericht des Robert Koch-Instituts zur Situation der Influenza A/H1N1

02.11.2009

Zusammenfassende Bewertung der epidemiologischen Lage:

In Deutschland zeigt sich ein deutlicher Anstieg der übermittelten Fälle für die 43. Kalenderwoche (KW), der wie in der Vorwoche durch einen starken kontinuierlichen Anstieg der Inzidenz in Bayern verursacht wird. Im Vergleich zur Vorwoche sind auch die Zahlen in Mecklenburg-Vorpommern stark angestiegen. Die Zahl der labordiagnostisch oder epidemiologisch bestätigten Fälle betrug für die 43. KW aktuell 3075 Fälle (darunter 2440, die die Referenzdefinition erfüllen). 

Die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE), die im Sentinel der Arbeitsgemeinschaft Influenza erhoben wird, lag bundesweit in der 43. KW im geringfügig erhöhten Bereich und damit über den jahreszeitlich zu erwartenden Werten. Für Bayern lagen die Werte bereits im Bereich deutlich erhöhter Aktivität, so dass sich der Anstieg der Fallzahlen auch als zusätzliche Krankheitslast auf Bevölkerungsebene widerspiegelt. Im NRZ wurden in 21 (27 %) der 79 eingesandten Sentinelproben Influenzaviren nachgewiesen, alle waren Neue Influenzaviren. In Europa berichten neun Länder über eine Influenza-Aktivität über den jahreszeitlich erwarteten Schwellenwerten. Island meldete sehr hohe Aktivität, Irland und der nordirische Teil des Vereinigten Königreichs meldeten hohe Aktivität, Belgien, Bulgarien, die Niederlande, Spanien, Schweden und England meldeten mittlere Intensität. Allerdings meldete England einen rasanten Anstieg der Zahlen, die Hauptkrankheitslast liegt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Dort sind in der 43. KW 1200 Patienten hospitalisiert worden, über 300 mehr als in der Vorwoche. Die Positivenrate bei den untersuchten Proben stieg auf 37%. In den USA liegt bei landesweiter Influenza-Aktivität durch A/H1N1 die Mortalität (Pneumonie und Influenza) über dem epidemiologischen Schwellenwert für diese Jahreszeit, die Zahl der Hospitalisierungen und der Todesfälle steigt in den letzten Wochen weiter an.
 
Einschätzung der Krankheitsschwere:

Obwohl die Erkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, steigt auch in England die Sorge, dass deutlich mehr Patienten hospitalisiert werden müssen als in der ersten Welle im Sommer. Nach aktuellen Presseberichten benötigen 20% der hospitalisierten Patienten intensivmedizinische Betreuung. Auch in Deutschland ist in den kommenden Wochen mit einer steigenden Zahl schwerer und tödlicher Krankheitsverläufe zu rechnen.
 
Aktuelle Strategie und Maßnahmen:


Die Impfungen gegen die Neue Influenza haben in vielen Bundesländern begonnen oder werden in Kürze beginnen. Nach Empfehlung der STIKO sollten sich insbesondere das medizinische Personal, Menschen mit chronischen Vorerkrankungen und Schwangere impfen lassen. Die zügige Umsetzung dieser Impfempfehlung erscheint dringlich angesichts der Tatsache, dass der aktuelle rasche Anstieg der Fallzahlen deutlich früher als sonst bei der saisonalen Influenza stattfindet.

Mehr dazu im Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) (Quelle RKI)

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