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Ukraine ist möglicherweise am stärksten betroffen

01.11.2009

Die ukrainische Regierung hat drastische Maßnahmen gegen die Schweinegrippe ergriffen. Alle Schulen wurden geschlossen und größere Veranstaltungen verboten.

Besonders die Bewohner der Region um die ukrainische Großstadt Lwiw sind von der Grippe bedroht. Manche trauen sich nur noch mit Mundschutz vor die Tür.

Aus Angst vor der Ausweitung der Schweinegrippe hat die ukrainische Regierung landesweit alle Schulen geschlossen und Zwangsferien für alle Bildungseinrichtungen des Landes angeordnet. Zudem gelten Reisebeschränkungen für das Inland.

Die Sicherheitsvorkehrungen gelten nach Angaben von Ministerpräsidentin Julija Timoschenko zunächst für drei Wochen und werden bei Bedarf verlängert. Für diesen Zeitraum seien außerdem keine Veranstaltungen mit größeren Menschenmengen, einschließlich Konzerte oder Kino, erlaubt.

Angesichts von Panik-Käufen für Mittel gegen die Schweinegrippe in ukrainischen Apotheken hat Frau Timoschenko die Bevölkerung aufgefordert, selbst Schutzmasken zu basteln. "Setzen Sie in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei der Arbeit und zu Hause Masken auf", wird sie zitiert. "Wenn Sie für sich selbst, ihre Kinder, Nachbarn und Freunde Masken nähen können, ist das für das Land eine sehr große Hilfe", fügte die Regierungschefin hinzu.

Das Gesundheitsministerium in Kiew reagierte damit auf eine Reihe von Todesfällen. Die Behörden bestätigten am Freitag den Tod von 35 Menschen in der Region um die Großstadt Lwiw in der Nähe der polnischen Grenze. Allerdings war unklar, ob tatsächlich die Schweinegrippe die Todesursache war. Der ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko sprach von 11 bestätigten Schweinegrippe-Todesfällen.

Besonders stark ist der Westen des Landes von der Grippe betroffen. Dort kam es Medien zufolge zu Panikkäufen in Apotheken. Die Regierung drohte damit, im Fall von Preiserhöhungen für Medikamente den Apotheken die Lizenzen zu entziehen.

Die ukrainische Armee stelle Ärzte, Sanitäter und Reservisten ab, um die massenhaft unter Grippe leidenden Menschen zu betreuen. Die Krankheit breite sich mit "rasender Schnelligkeit" aus, sagte der Chef des Sicherheitsausschusses im Parlament, Anatoli Grizenko. Allein in der Region um Lwiw seien knapp 8000 Menschen binnen kurzer Zeit an Grippe erkrankt.

Experten beklagen in Ländern der Ex-Sowjetunion generell eine mangelhafte Gesundheitsversorgung. Viele Menschen gingen daher erst gar nicht zum Arzt, sondern griffen zu Hausrezepten. Die ukrainische Regierung will bei der Weltgesundheitsorganisation WHO Hilfe beantragen.

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